Bauingenieur-Lexikon – Wichtige Fachbegriffe erklärt
- Abplatzung
- Anker
- Anpralllast
- Ausschreibung
- Baugrund
- Bauphysik
- Bauüberwachung
- Bauwerksprüfung
- Baustatik
- Bemessung
- Beton
- Bewehrung
- Brandschutz
- CAD-Konstruktion
- Dampfdiffusion
- Dauerhaftigkeit
- DIN 1076
- Druckfestigkeit
- Eigenlast
- Energieeffizienz
- Entwässerung
- Eurocode
- Feuchteschutz
- Finite-Elemente-Methode
- Gebrauchstauglichkeit
- Gründung
- Hochbau
- Industriebau
- Ingenieurbau
- Instandhaltung
- Korrosion
- Konstruktionsdetail
- Lastkombination
- Lebenszyklusanalyse
- Nachweisberechtigung
- Nutzlast
- Primärenergiebedarf
- Prüffähigkeit
- Rissbreite
- Schalldämmung
- Schallschutz
- Schneelast
- Stahlbeton
- Standsicherheit
- Tauwasser
- Tragwerk
- U-Wert
- Verkehrssicherheit
- VDI 6200
- Windlast
Abplatzung
Abplatzungen entstehen, wenn sich Teile der Oberfläche von Bauelementen lösen, vor allem bei Betonkonstruktionen. Betroffene Bereiche zeigen oft ausgebrochene Ecken, freiliegende Bewehrung oder flächige Absprengungen. Häufige Auslöser sind Frostwechsel, eindringende Nässe, aggressive Chemikalien, zu geringe Betonüberdeckung oder Rostbildung an der Armierung. Solche Schäden mindern nicht nur das Erscheinungsbild, sondern schwächen den Querschnitt und fördern weitere Zerstörungen. Bei der Analyse wird geprüft, ob nur die Oberfläche oder tragrelevante Zonen betroffen sind. Für effektive Reparaturen muss die Schadensursache beseitigt werden, etwa durch Profilergänzung, Schutzbeschichtungen und gezielte Instandsetzungsmaßnahmen.
Anker
Anker dienen als Verbindungselemente, die Zugbelastungen sicher in einen stabilen Untergrund oder ein tragendes Element übertragen. Einsatz finden sie z. B. bei Baugrubenverankerungen, Stützmauern oder nachträglichen Verstärkungen. Relevante Faktoren sind die Ankerform, Kraftübertragung, Rostschutz, Einbindelänge, Bohrarbeiten, Verpressung und Prüfverfahren. Eine fachgerechte Dimensionierung garantiert, dass der Anker die vorgesehenen Zugkräfte langfristig und sicher aufnimmt.
Anpralllast
Anprallbelastungen resultieren aus plötzlichen Aufprallen, wie durch Fahrzeuge, Maschinen oder Betriebsmittel. Im Brücken- und Ingenieurbau spielen auch Schiffs- oder Treibgutkollisionen eine Rolle. Sie gelten als seltene, aber potenziell katastrophale Einwirkungen. Für die Berechnung werden Szenarien definiert, Aufprallenergien geschätzt und Schutzlösungen entwickelt, etwa durch Puffer, verstärkte Elemente oder angepasste Verkehrsführung.
Ausschreibung
Bei der Ausschreibung werden Leistungen detailliert beschrieben, um vergleichbare Angebote von Firmen einzuholen. Sie legt den Rahmen für Vergabe, Preisbildung und Ausführung fest. Wesentliche Inhalte sind Leistungsverzeichnisse, Mengenvorgaben, Qualitätsstandards und technische Regelungen. Klare und vollständige Ausschreibungen vermeiden Missverständnisse, Nachträge und Qualitätsmängel.
Baugrund
Der Baugrund bildet die natürliche Basis für jede Gründung. Seine Beschaffenheit bestimmt Tragvermögen, Setzungsrisiken und Bauverfahren. Unterschiedliche Bodenschichten variieren in Festigkeit, Körnung und Feuchtegehalt. Entscheidend sind Kenndaten wie Tragkraft, Verformungsverhalten und Grundwasserstand. Gründliche Bodenuntersuchungen ermöglichen sichere und kostengünstige Gründungskonzepte.
Bauphysik
Bauphysik untersucht physikalische Vorgänge wie Wärme, Feuchte und Schall in Gebäuden. Ziel ist ein komfortables, energie sparendes und langlebiges Bauwerk. Themen umfassen Wärmedämmung, Hitzeschutz, Feuchtevermeidung, Luftdichtigkeit und Schallschutz. Planungsfehler führen oft erst später zu Problemen wie Schimmel oder hohen Energiekosten.
Bauüberwachung
Bauüberwachung gewährleistet die regelkonforme Umsetzung der Planung auf der Baustelle. Sie beinhaltet Qualitätskontrollen, Koordination und Dokumentation. Frühes Erkennen von Abweichungen verhindert Mängel und Verzögerungen, besonders bei tragenden Teilen oder Abdichtungen.
Bauwerksprüfung
Bauwerksprüfungen dienen der regelmäßigen Zustandsanalyse hinsichtlich Sicherheit und Langlebigkeit. Sie umfassen Sichtkontrollen, Messungen und Bewertungen von Schäden wie Rissen oder Korrosion. Ergebnisse liefern Prioritäten für Erhaltungsmaßnahmen.
Baustatik
Baustatik berechnet Kräfte, Spannungen und Verformungen in Tragstrukturen. Sie bildet die Basis für sichere Dimensionierung. Moderne Software unterstützt, doch plausible Modelle und fachliche Interpretation bleiben entscheidend.
Bemessung
Bemessung dimensioniert Bauteile so, dass sie Belastungen sicher widerstehen. Sie berücksichtigt Lasten, Materialien und Sicherheitsfaktoren sowie konstruktive und dauerhafte Aspekte für wirtschaftliche Lösungen.
Beton
Beton besteht aus Zement, Zuschlägen und Wasser. Er ist druckfest, formbar und kostengünstig, aber zugempfindlich. Qualität hängt von Mischung, Einbau und Nachbehandlung ab.
Bewehrung
Bewehrung (meist Stahl) übernimmt Zugkräfte im Beton. Korrekte Platzierung, Überdeckung und Verankerung sind entscheidend für Tragfähigkeit und Rostschutz.
Brandschutz
Brandschutz verhindert Entstehung und Ausbreitung von Feuer. Bauliche Maßnahmen umfassen Feuerwiderstände, Fluchtwege und Abschottungen.
CAD-Konstruktion
CAD ermöglicht digitale Erstellung von Plänen und Modellen. Präzise CAD-Arbeiten reduzieren Kollisionen und Ausführungsfehler.
Dampfdiffusion
Dampfdiffusion transportiert Feuchte durch Bauteile. Kontrollierte Schichtaufbauten verhindern Kondensatbildung.
Dauerhaftigkeit
Dauerhaftigkeit sichert langfristige Funktionsfähigkeit durch geeignete Materialien, Details und Wartung.
DIN 1076
DIN 1076 regelt Prüfungen von Verkehrsbauwerken wie Brücken für Sicherheit und Erhaltung.
Druckfestigkeit
Druckfestigkeit kennzeichnet die Belastbarkeit von Materialien unter Druck, zentral bei Beton.
Eigenlast
Eigenlast ist das permanente Gewicht des Bauwerks selbst, maßgeblich für die statische Planung.
Energieeffizienz
Energieeffizienz minimiert Verbrauch durch optimale Hülle und Technik bei vollem Komfort.
Entwässerung
Entwässerung leitet Wasser kontrolliert ab, um Schäden durch Nässe zu vermeiden.
Eurocode
Eurocodes sind europäische Normen für einheitliche Tragwerksbemessung.
Feuchteschutz
Feuchteschutz schützt vor unkontrolliertem Wassereintritt durch Abdichtungen und Lüftung.
Finite-Elemente-Methode
FEM simuliert komplexe Strukturen durch Unterteilung in kleine Elemente.
Gebrauchstauglichkeit
Gebrauchstauglichkeit gewährleistet nutzerfreundliches Verhalten ohne übermäßige Verformungen.
Gründung
Gründung überträgt Lasten sicher in den Boden, flach oder tief je nach Bodenverhältnissen.
Hochbau
Hochbau umfasst Gebäude oberhalb der Geländeoberfläche mit vielfältigen Nutzungen.
Industriebau
Industriebau plant flexible Hallen mit großen Spannweiten und hohen Nutzlasten.
Ingenieurbau
Ingenieurbau realisiert komplexe technische Bauwerke wie Brücken oder Tunnel.
Instandhaltung
Instandhaltung erhält Funktionsfähigkeit durch Inspektion und Reparaturen.
Korrosion
Korrosion zerstört Metall durch chemische Reaktionen, geschützt durch Überdeckung und Beschichtungen.
Konstruktionsdetail
Konstruktionsdetails regeln Anschlüsse für Tragfähigkeit, Physik und Ausführbarkeit.
Lastkombination
Lastkombinationen fassen realistische Belastungen mit Sicherheitsfaktoren zusammen.
Lebenszyklusanalyse
Lebenszyklusanalyse bewertet Bauwerke über gesamte Nutzungsdauer ökologisch und wirtschaftlich.
Nachweisberechtigung
Nachweisberechtigung erlaubt qualifizierten Ingenieuren eigenständige Prüfung von Nachweisen.
Nutzlast
Nutzlasten entstehen durch Möbel, Personen oder Maschinen je nach Gebäudenutzung.
Primärenergiebedarf
Primärenergiebedarf berücksichtigt gesamte Energiekette für realistische Umweltbewertung.
Prüffähigkeit
Prüffähigkeit erfordert vollständige, nachvollziehbare Planungsunterlagen für behördliche Kontrolle.
Rissbreite
Rissbreiten werden begrenzt, um Korrosion und Dauerhaftigkeit zu schützen.
Schalldämmung
Schalldämmung reduziert Schallübertragung durch Masse und Aufbau von Bauteilen.
Schallschutz
Schallschutz schützt vor Luft-, Trittschall und Außenlärm durch abgestimmte Maßnahmen.
Schneelast
Schneelasten variieren je nach Region und Dachform, entscheidend für Dachstabilität.
Stahlbeton
Stahlbeton verbindet Betondruck- mit Stahlzugfestigkeit für vielseitige Konstruktionen.
Standsicherheit
Standsicherheit verhindert Versagen unter allen Belastungen durch ausreichende Reserven.
Tauwasser
Tauwasser kondensiert bei Temperaturunterschieden, vermieden durch richtige Dämmung.
Tragwerk
Tragwerk leitet Lasten sicher in den Grund und bestimmt Stabilität sowie Gestaltung.
U-Wert
U-Wert misst Wärmedurchgang; niedrige Werte bedeuten gute Dämmung.
Verkehrssicherheit
Verkehrssicherheit schützt Nutzer vor Gefahren wie Abstürzen oder herabfallenden Teilen.
VDI 6200
VDI 6200 strukturiert Risikobewertung bestehender Bauwerke für Sicherheit.
Windlast
Windlasten erzeugen Druck und Sog, abhängig von Höhe und Form des Bauwerks.
